Betriebskosten beim 3D-Druck

3D Druck Kosten berechnen

Für den 3D-Drucker fallen folgende Kosten an.

  • Materialkosten
  • Stromverbrauch
  • Abnutzung

 Material
Die Materialkosten sind der größte Posten und auch recht einfach zu ermitteln. Jeder Slicer berechnet die benötigte Filamentlänge.
Manche berechnen direkt das Gewicht und die Filamentkosten.
Die Filamentlänge reicht aber zur Berechnung aus.
Auf eine 1 kg Rolle 1,75mm Filament passen ca. 330 Meter.
Bei einem Filamentpreis von 20€/kg kostet dann jeder Meter 0,06€.

 Weitere Verbrauchsmaterialien sind:

  • Reinigungsmittel, Öl
  • Haftvermittler wie Krepp, Blue Tape, Kapton

Stromverbrauch

Wenn man kein Energiekostenmessgerät oder keine Stromzange besitzt muss man mit den Leistungsangaben des Herstellers rechnen.
Allerdings laufen Extruder und Heizbett nicht ständig auf voller Leistung. Man kann näherungsweise von einer Taktung von 50% ausgehen.
Druckt man ABS sollte man wegen der hohen Druckbett-Temperatur fast 100% ansetzen.
Mein Prusa I3 soll an dieser Stelle als Beispiel für einen gängigen Consumer Drucker dienen.

Folgende Verbrauchswerte hatte ich ermittelt:

·         Leerlauf                              10 Watt

·         Extruder (100%)              42 Watt

·         Alu-Heizbett (100%)      113 Watt

Die Gesamtleitung des Druckers überschritt nie 158 Watt (ATX Netzteil).

Während der Aufheizphase wird auch die volle Leistung von 158 Watt gebraucht.
Während der Druckphase liegt die Leitungsaufnahme gemittelt bei 96 Watt.

 Die Temperaturwerte betrugen 210°C/52°C für Extruder und Heizbett.

Wir können daher den Dauer Einsatz mit 100 Watt ansetzten. Das sind Stromkosten von 3 Cent pro Stunde (0,30€/kWh).

Abnutzung
Der Verschleiß dürfte bei gelegentlicher privater Nutzung eine untergeordnete Rolle spielen.

Häufige Verschleißteile sind:

  • Wellen und Linearlager
  • Druckbett
  • Zahnriemen
  • Thermistor, Extruderheizung
  • Netzteil und Steppertreiber

Bei gewerblicher Nutzung ist dies ein nicht zu vernachlässigender Posten, da man für der Drucker nur eine Nutzungsdauer von 2 Jahren ansetzten sollte.

Vergleich: Filamentkosten und  Stromverbrauch

Während die Filamentkosten ca. 6 Cent /m betragen, liegen die Energiekosten mit ca. 0,5 Cent/m bei einem Zehntel der Filamentkosten.
Ein Drucker ohne Heizbett wäre um 1/3 sparsamer. Bei ständig langen Druckzeiten ist der Einsatz von Tape kostengünstiger.

Fazit
Im privaten Bereich fallen überwiegend die Filamentkosten ins Gewicht.
Bei gewerblichen Einsatz sollten Verschleiß und Energiekosten hoch genug kalkuliert werden.

Warum ich keinen da Vinci Drucker kaufe

da Vinci Mini gut, schön und teuer im Verbrauch

XYZprinting hat mit dem Mini seinen bisher kleinsten Drucker herausgebracht.
Er kommt sehr formschön und bedienerfreundlich daher. Von Größe und Design passt er gut in die Küche.
Das man per App und WiFi drucken kann spricht auch für einen Einsatz im Wohnbereich.

Der mini hat wie andere Da Vinci Drucker ein Verbrauchsmaterialprinzip welches an Kaffeekapselmaschinen und Billigtintendrucker erinnert. Er verarbeitet nur Chip-codiertes Filament von xyzPrinting.

Für die älteren da Vinci Drucker existieren schon einige Hacks das auszuhebeln.
Es stellt sich aber die Frage: Muss man sich einen Drucker der nur Filament des  Herstellers akzeptiert wirklich antun?

Vergleichsrechnung:
Eine 600g Kassette/Rolle von xyz kostet so 34€. Also gut 56€/kg.
Nach 8kg Filament hat man bereits den Druckerpreis an Filament investiert. Zu Grunde gelegt, habe ich den Aufpreis zu 20€ Filament.
Für Vieldrucker dürften die da Vinci Drucker mit Chip unrentabel sein. Auch Schulen sollten nicht nur die Gerätekosten sehen, auch wenn die Drucker von der technischen Seite ganz gut sind.

Der da Vinci Mini ist schön und druckt vermutlich auch ganz gut. Das gute Design und der Preis von 300€ verführen auch schnell zu Kauf. Wer öfter druckt sollte lieber vorher zum Taschenrechner greifen und seine Filamentkosten kalkulieren.