LEGO EV3 – ein erster Eindruck

Pünktlich am 2. September traf mein EV3 ein. Amazon hatte freundlicherweise den Preis der ursprünglichen Bestellung dem „Straßenpreis“ angepasst.
Die Verpackung sieht gut aus und vermittelt eine Menge an Informationen. Das muss sie auch denn im Inneren sucht man Informationen vergeblich. Ein kleines Heft mit einer Bauanleitung liegt bei. Ohne Internet läuft gar nichts. Es gibt keine Software CD mehr. Also erst mal die 600MB Installationsdaten gesaugt. Nicht nur an der CD spart LEGO. Auch die Umverpackung dient mit der Innenseite als Laufparcours für die Roboter mit Spursensor. Wenn man dieses aufschneidet ist der Karton für den Wiederverkauf schon mal entwertet. Das Prinzip ist leider nicht neu.
Nach dem Öffnen ein kurzer Schock. Emotional hat man bei den Kartonabmessungen mehr erwartet.
So erst mal genug gemeckert. Es gibt natürlich viel Grund zu Freude.

Die Hardware:
Mit den EV3 sollten die Speicherplatzsorgen des NXT vergessen sein.
Der EV3 hat einen vierten Motorport spendiert bekommen. Da ich auch den fischertechnik TX nutzt habe ich den vierten Port öfter vermisst. Mitgeliefert werden drei Servosensoren. Von denen der Dritte einer kleineren Bauart angehört.
Die Motoren sind mit ihrer Möglichkeit die Position zurückzumelden Klasse – wie bisher. Alle Sensoren und Motoren des EV3 werden beim Einstecken in die Brick automatisch erkannt.
Die alten Sensoren und Motoren des NXT können weiter verwendet werden. Per Menü am Baustein kann man auch gleich die Motoren und Sensoren ausprobieren.
An Sensoren wird ein Touch Sensor (im Prinzip) ein Schalter, ein Infrarot Abstandssensor und ein Lichtsensor mitgeliefert. Die Education Version des EV3 enthält statt des Infrarot einen Ultraschallabstandssensor.
Der IR Sensor hat drei Funktionen. Er kann die Richtung des mitgelieferten IR Beacon orten, Entfernungen messen und als IR Empfänger für den kombinierten Infrarotsender/Infrarot „Leuchtfeuer “ dienen.
Der optische Sensor hat ebenfalls drei Funktionen. Er dient als Farbsensor, misst die Helligkeit oder dient als Reflex-Lichtschranke für geringe Entfernungen.

Der EV3 kann über USB, Bluetooth und ggf. WLAN kommunizieren. Per microSDHC Slot kann der ohnehin große Speicher erweitert werden. Wem ein EV3 nicht reicht kann per Bluetooth bis zu 7 EV3 als Slave verbinden.

Das LCD hat leider keine Hintergrundbeleuchtung.

Als Betriebssystem werkelt im EV3 ein Linux.

Die Software:
Die Installation unter WIN8 verlief problemlos. Die Software ist frei verfügbar und als Download vermutlich immer auf dem aktuellen Stand. Für Netbooks dürfte die Rechenleistung und vor allem die Bildschirmgröße nicht ausreichen. Da die Software frei verfügbar ist, könnte es für Privatanwender auch interessanter als bisher sein die Educationversion zu nehmen. Die meisten Bücher die zum EV3 erscheinen, werden aber die Home Version zum Inhalt haben.
Neben den 5 Grundmodellen, stehen gleich 10 weitere innerhalb der EV3-Oberfläche zum Download bereit. Noch mehr als in der Vorgängerversion stehen umfangreiche Dokumentations- und Informationsmittel innerhalb der Programmierumgebung bereit. Eigene Modelle können mit Bau- und Programmieranleitungen, Videos und Texten versehen und mit anderen geteilt werden.

Der NXT kann ebenfalls in dieser Umgebung programmiert werden.
Die Oberfläche ist zoombar und die Blöcke können freier angeordnet werden. Zum NXT nicht kompatible Programmierblöcke werden angezeigt.
Alte NXT Programme lassen in der neuen Umgebung nicht öffnen. Man muss sie quasi nachbauen.

Für Apple und Android eine App zum Steuern der 5 Grundmodellen kostenlos verfügbar.

Zubehör:
Neben dem optionalen Akku, dürften der WiFi-Dongle und der Gyro Sensor ganz oben auf der Liste der sinnvollen Ergänzungsteile stehen.
Leider gibt es keine Netzteile für den EV3/NXT. Im eingebauten Zustand ist der Akkuwechsel oft beschwerlich.

Fazit:
Nicht billig, aber trotzdem viel Technik fürs Geld. Der Linuxkernel wird dem EV3 wohl eine weitere Verbreitung sichern.
Die Altersangabe mit 10 Jahren ist wohl eher marketinggetrieben. 12 Jahre halte ich für realistischer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.