Was Raspberry Pi so erfolgreich macht

 

Eigentlich wollten die Erfinder des Mini-Computers Raspberry Pi ja nur eine kleine Alternative eines normalgroßen Computers für Schüler und Studenten schaffen, weil sich herausgestellt hatte, dass in der britischen Universitätsstadt Cambridge immer mehr junge Leute ohne jegliche IT-Kenntnisse ihr Studium begannen. Man nahm an, dass herkömmliche Computer für die Studenten oftmals zu teuer wären und dass sie sich am Computer ihrer Eltern nicht austoben dürften. So entstand der kleine Computer, der sich zwar anders schreibt, aber genauso wie Raspberry Pie (also Himbeerkuchen) ausgesprochen wird. Pi steht eigentlich als Kürzel für „Python Interpreter“, da der Rechner ursprünglich mit fest installiertem Interpreter für die Programmiersprache Python geplant war. Der englische Name für Himbeere wurde aus dem Grund ausgesucht, dass es sich inzwischen als eine Art Tradition etabliert hat, Computer nach Früchten zu benennen. Das haben Apple und Acorn bereits vorgemacht.

Raspberry Pi

Bild von  dullhunk 

Dass der kleine Himbeer-Computer, der nur so groß ist wie eine Kreditkarte, so einen Erfolg haben würde, dass hätten sich selbst seine Erfinder nicht ausmalen wollen. Erst im März 2012 hat das Verkaufsprojekt begonnen, sich aber mittlerweile zu einem absoluten Verkaufsschlager entwickelt. Im neuen Produktionsstandort in Großbritannien wurden bereits über eine Million Rechner gebaut, wie die Raspberry Pi Foundation kürzlich mitteilte. Insgesamt wurden bis Ende Oktober 2013 bereits zwei Millionen der kleinen Geräte auf der ganzen Welt verkauft. Der Mini-Rechner inklusive Raspberry Pi Zubehör hat sich mittlerweile nicht nur als erfolgreiche Schülerhilfe herausgestellt, er eignet sich auch ganz wunderbar für Bastler. Schon jetzt ist der Raspberry Pi kein Nischenprodukt mehr, so wie er ursprünglich geplant worden war. Mehr Informationen über die technischen Details der kleinen Himbeere gibt es hier zu lesen: http://raspberrypiguide.de/.

Die Leser der US-Zeitschrift Linux Journal krönten Raspberry Pi sogar vor kurzem zum besten Open-Source-Produkt des Jahres 2013. Obwohl diese Bewertung nicht als repräsentativ zu betrachten ist, da bei der Onlineversion der Umfrage nicht einmal die genaue Anzahl der Abstimmenden zu ermitteln ist, kann sich die  Raspberry Pi Foundation das Ergebnis als weiteres Erfolgserlebnis auf die Fahne schreiben. Immerhin wurde ihr Rechner nicht nur in der oben erwähnten Kategorie als Gewinner gekürt sondern auch in den Kategorien „bestes neues Projekt“ und „bestes Gadget“. Mehr über die Umfrage und ihrer Ergebnisse findet man unter anderem hier: http://www.golem.de/news/linux-journal-leser-kueren-raspberry-pi-und-kanzeln-gnome-3-ab-1312-103230.html.

Doch was genau hat denn dem Raspberry Pi innerhalb der kurzen Zeit zu einem solch großen Erfolg verholfen? Mit dem Raspberry Pi lassen sich schließlich fast all die Dinge erledigen, die auch mit einem großen Rechner möglich sind. Dafür sind die Anschaffungskosten aber deutlich geringer. Der Raspberry Pi hilft außerdem Anfängern dabei, mit nur wenigen Kenntnissen im Bereich des Programmierens schnell kleine Anwendungen entwickeln zu können. Seine Vielfältigkeit ist es wohl, die ihn auch bei Profis beliebt macht. Gerade bastelfreudige Programmierfreunde können sich mit dem kleinen Gerät einen Traum erfüllen. So kann man den Rechner beispielsweise als Wetterstation einsetzen oder anders mit der Technik experimentieren. Doch seinen ursprünglichen Zweck, Kindern und Jugendlichen das Thema Programmieren näher zu bringen, verfehlt die kleine Himbeere auf keinen Fall. Für Eltern, die ihrem Kind damit eine Freude machen wollen, ist dies nicht nur ein tolles Geschenk sondern auch eine Investition in die Zukunft.

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